Psychosomatische MedizinZum klinischen Bereich der psychosomatischen Medizin zählt man:
· körperliche Erkrankungen mit ihren biopsychosozialen Aspekten (z.B. Krebskrankheiten und ihre Bewältigung; siehe auch Psychoonkologie) · physiologisch-funktionelle Störungen als Begleiterscheinungen von Emotionen und Konflikten · Konversionsstörungen: körperliche Symptome, die auf unbewusste Konflikte zurückgehen · Hypochondrie: Die Überzeugung, an einer Krankheit zu leiden und krankhaftes Interesse an Gesundheit und Beschwerden · gestörtes Gesundheitsverhalten und dessen Folgen (z.B. Übergewicht, Rauchen) · seelische Störungen, die mit körperlichen Missempfindungen einhergehen: neurotische Störungen, Abhängigkeitserkrankungen (Sucht), Persönlichkeitsstörungen, reaktive Störungen. · Als Sonderform psychosomatischen Geschehens beschäftigt sich die psychosomatische Medizin mit somatoformen Störungen, bei denen kein organischer Befund nachweisbar ist und psychische Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome eine bedeutsame Rolle spielen.
Häufig vorkommende Beschwerden, die dieser Gruppe zuzuordnen sind, sind u.a. funktionelle Beschwerden des Herz-Kreislauf Systems, Magen-Darm-Bereiches und des Skelett- und Muskelsystems.
Ein Beispiel für einen psychophysiologischen Zusammenhang: Angst führt dazu, dass im Körper Adrenalin ausgestoßen wird, dies hemmt unter anderem die Magen-Darm-Peristaltik und kann zu Verdauungsstörungen führen. In vielen Redewendungen des Alltags ist dieser Zusammenhang impliziert: Etwas liegt einem schwer im Magen, eine Sache geht einem an die Nieren, der Schreck fährt einem in die Glieder, jemandem ist eine Laus über die Leber gelaufen. Zudem leitet sich das Wort Hypochonder vom Hypochondrium, der beidseits der Magengrube gelegenen Bauchregion unterhalb der Rippenbögen ab. Zusammenhänge in dr Psychosomatischen Medizin:
Was unter einer psychosomatischen Krankheit zu verstehen ist, wird oft falsch verstanden. Drei Beispiele aus grausamen Massenexperimenten der letzten Zeit beweisen unmissverständlich, wie bestimmte, traumatische Lebenssituationen zu psychosomatischen Krankheitsbildern führen.
· Kriegszitterer nannte man im ersten und zweiten Weltkrieg eine große Anzahl von Menschen (meist Frontsoldaten), die auf traumatisierende Kriegsereignisse mit einer Vielzahl von neurologischen Symptomen reagierten, die meist unheilbar waren (Zittern, Lähmungen, Blindheit, Angstzustände). Diese Opfer unmenschlicher Zustände wurden von einer seelenblinden Kriegspsychiatrie als Feiglinge mit Elektroschocks behandelt, um schnell wieder fronttauglich zu sein. Heute leben in USA viele Vietnam-Veteranen mit ähnlichen Folgen.
· Holocaust-Überlebende leiden zum großen Teil an einer Vielzahl von körperlichen Beschwerden, die augenscheinlich auf den traumatisierenden Lebensabschnitt zurückführbar sind.
· Folteropfer werden heute psychotherapeutisch behandelt, um die seelischen und körperlichen Spuren der traumatischen Ereignisse zu mildern.
Halten wir uns diese extremen Beispiele vor Augen, so wird deutlich, wie eine psychisch gesunde Person durch starke oder anhaltende Traumatisierung nicht nur psychisch, sondern auch körperlich geschädigt werden kann. Dies sind Beispiele mit denen sich die Psychosomatische Medizin in unserer Klinik beschäftigt. Quelle: Wikipedia.de
|